Abbaye de Saint-Maurice, son collège - ses paroisses - sa spiritualité - son patrimoine
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Saint-Maurice, am Grab der Blutzeugen

Acaunus (Saint-Maurice) liegt gleich vor dem Engpass der Rhone, an einer steilen Felswand. Die Kelten schon errichteten sich hier Grabstätten. Seit dem 4. Jahrhundert folgten aufeinander die verschiedenen Kirchen zu Ehren des heiligen Mauritius und seiner Gefährten. Die als Thebäer bezeichneten Legionäre erlitten hier für ihren christlichen Glauben den Bluttod. Das Gedächtnis an diese mutige Tat machte aus dem Grab und dem 515 erbauten Kloster einen wichtigen Mittelpunkt abendländischer Märtyrerverehrung. Merowinger, Karolinger, Burgunder, Savoyer und selbst Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation suchten hier christliche und sogar politische Kräfte.

Die Abtei

515 rief König Sigismund einige Gruppen Mönche in seine Stiftung mit der Aufgabe, sie möchten das ununterbrochene Chorgebet zum Lob der Märtyrer sichern. Seit 1128 leben hier Augustiner Chorherren. Zu Ehren des heiligen Mauritius schenkten berühmte wie unbekannte Pilger dem Stift kostbare Reliquiare. Durch seltene Fügung sind die meisten im Stiftschatz unversehrt erhalten geblieben. So huldigt die Kunst in Edelmetallen und -steinen den glorreichen Thebäern.

Mauritius-Kirche

Über dem Grab der Thebäer baute Bischof Theodor von Octodurum (Martigny) im 4. Jahrhundert das erste Gotteshaus (a). Demselben folgte im 5. Jahrhundert eine Wallfahrtskirche (b). Der Burgunderkönig Sigismund errichtete 515 eine grössere Basilika (c). Trotz Steinschlag, Feuersbrunst und Kriegsschäden erstanden am Ende des 6. (d) und des 8. (e), am Anfang des 11. (f) und des 17. Jahrhunderts immer wieder neue Kirchen. Im März 1942 verursachte ein Felssturz schlimmen Schaden. Doch neu in überkommener Gestalt stehen Turm (1947) und die Kirche (1949) mit Ehrentitel einer Basilika minor (1948) als Wahrzeichen an der Pforte des Unterwallis.

Der Stiftschatz von Saint-Maurice

Von jeher war der Stiftschatz mehr als ein kirchliches Museum: er beherbergt Kultgegenstände, die Gott in seinen heiligen Märtyrern Ehre erweisen. Die ununterbrochene Geschichte der Abtei hat es ermöglicht, dass kein wertvoller Zeuge vergangener Jahrhunderte verlorenging. Die kurze Beschreibung möge den Pilger in der Schatzkammer zu intensiverer Betrachtung führen.

Der Theuderich-Schrein

© - Der Theuderich-SchreinIm 7. Jahrhundert schufen zwei Goldschmiede dieses kleine Bursenreliquiar. In die rautenförmigen Felder der Rückseite ist folgende Inschrift gestochen: Der Priester Theuderich liess zu Ehren des heiligen Mauritius diesen Schrein ausführen. Amen. Nordolaus und Rhilindis haben das Werk bestellt. Undiho und Ello verfertigten es.

Das Sardonyxgefäss

© - Das SardonyxgefässDie Überlieferung bringt das kostbare Gefäss mit dem heiligen Martin von Tours in Verbindung. Das Kleinod besteht aus einem einzigen Onyxstein, der auf die hellenistisch- alexandrinische Zeit, auf das 1. vielleicht sogar das 2. Jahrhundert hinweist.

Die Goldkanne

© - Die GoldkanneDiese nach Karl dem Grossen benannte Goldkanne ist ein mögliches Werk eines karolingischen Palastgoldschmiedes und hat ein stark orientalisches Aussehen.

Das karolingische Bursenreliquiar

© - Das karolingische Bursenreliquiar23 Steine in ovalen Kastenfassungen schmücken die Vorderseite; eine grosse, symetrisch getriebene, je dreifach gerollte Zwillingsranke ziert die Rückseite.

Der grosse Mauritius-Schrein

© - Der grosse Mauritius-SchreinWertvolle Stücke verschiedener Zeiten sind hier zu einem gotischen Schrein zusammengefügt.

Der Schrein der Sigismund-Söhne

© - Der Schrein der Sigismund-SöhneDas Reliquiar der heiligen Giskald und Gundebald ist in allen Teilen romanisch gehalten. Die Schmalseiten sind dem heiligen Mauritius und dessen getreuem Verehrer Sigismund gewidmet.

Das Candidus-Hauptreliquiar

© - Das Candidus-HauptreliquiarUm 1165 wurde dieses Glanzstück geschaffen. Aus einem einzigen kompakten Nussbaumkern schnitzte ein Meister das edle Antlitz. Hunderte von Silbernägeln heften die geschmiedeten Folien aufs Holz. Das Hinübergleiten in die Glückseligkeit wird wie folgt beschrieben: Da Candidus dem gezückten Schwert zum Opfer fällt, steigt sein Geist zu den Sternen: für den Tod erhält er Leben. Der Nantelmus-Schrein, Eine am First angebrachte Inschrift erklärt die Bestimmung dieses Reliquiars: Im Heilsjahr 1225, am 7. der Novemberkalenden (26. Oktober), wurde der Leib des seligen Mauritius erhoben und in diesen Schrein übertragen, zu Nantelms, des hiesigen Abtes, Zeit. Der Stiftschatz beherbergt noch viele andere Kostbarkeiten aus der Blütezeit des klösterlichen Lebens des 12. und 13. Jahrhunderts und späterer Zeiten: Eine Heiligdornmonstranz, Hirtenstäbe, Monstranzen, Kelche, Vortragskreuze, Kerzenständer, Ringe und Brustkreuze.

Das Glaubensbekenntnis des heiligen Mauritius

«Kaiser, wohl sind wir deine Soldaten; nichtsdestoweniger – wir bekennen es offen – stehen wir im Dienste Gottes. Dir gehört unsere Tapferkeit im Krieg, Ihm unser schuldloses Leben. Du gibst uns Sold für unsere Strapazen; Er schenkt uns den Anbeginn allen Lebens. Nicht einmal auf kaiserlichen Befehl dürfen wir unseren Gott und Schöpfer verleugnen, unsern Gott, der auch dir Gott und Schöpfer ist, magst du es wollen oder nicht. So du uns nicht zwingst, Ihn durch solch grausame Bluttat zu beleidigen, werden wir dir weiterhin Gehorsam leisten, wie wir es bis anhin getan. Andernfalls ziehen wir es vor, Ihm mehr zu gehorchen als dir. Gegen jeden Feind bieten wir dir unsere Hand; sie mit dem Blut Unschuldiger zu beflecken, widerspricht unserer Überzeugung. Unsere Rechte kämpft gegen Gottlose und Feinde; Fromme jedoch und Mitbürger metzelt sie nicht nieder. Für unsere Mitbürger ergriffen wir die Waffen, nicht gegen sie. Um der Treue willen kämpften wir. Wie aber können wir dir Treue halten, wenn wir dieselbe Treue unserem Gott versagen? Vor allem schwuren wir Gott, dann erst dem Heeresführer. Unserem zweiten Eid darfst du nicht trauen, so wir den ersten gebrochen.»

"Wir bekennen, dass wir Christen sind; Christen verfolgen wir nie.»

Aus der Passion der Märtyrer von Acaunus,
Eucherius von Lyon † 450; Codex Parisiensis 9550, 7. Jh.

In der Basilika

In der Basilika befinden sich Kirchenfenster von Edmond Bille. Sie erzählen die Geschichte der thebäischen Legion vom Weggang aus Ägypten bis ins ewige Leben. – Die oberen Kirchenfenster von Jean- Pierre Coutaz umschreiben den biblischen Text: «Sie haben ihr Gewand im Blut des Lammes gewaschen.»

Die Taufkapelle wurde 1995 und das Bronzetor, für das Heilige Jahr 2000 geschaffen, beides sind Werke von Madeline Diener.

Im renovierten Chor (2005), kann man ein Mosaik von Maurice Denis, das Chorgestühl aus der Barokzeit sowie den karolingischen Ambo bewundern.

Pilgerfahrten - Katechese

Organisation und Empfang

Wir empfangen gerne Pilgergruppen und Katechese Gruppen, aber nur auf schrifltiche Anmeldung an die folgende Anschrift :

Abbaye de Saint-Maurice
Pèlerinages
Case postale 34
CH - 1890 Saint-Maurice

Tél. : +41 (0)24 486 04 04

E-mail: Formulaire de contact

Stiftschatz und archäologische Ausgrabungen

Plan der Führungen

Januar, Februar, März, April / November, Dezember

14h45*

Mai, Juni / September, Oktober

14h45

Juli, August

10h30, 14h00, 15h15

Sonntag und Feiertage : morgens geschlossen
Montag : geschlossen
* Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag nur auf telefonische Anmeldung zwei Tage früher

Gruppen

Nur auf schrifltiche Anmeldung an die folgende Anschrift :

Abbaye de Saint-Maurice
Trésor et fouilles archéologiques
Case postale 34

CH - 1890 Saint-Maurice
Tél. : +41 (0)24 486 04 04

E-mail: Formulaire de contact

Tarife

Erwachsene : Fr. 10.– (7.50 €)
Kinder : Fr. 4.– (3 €)

Gruppen

Erwachsene : Fr. 8.– (6 €)
Kinder : Fr. 3.– (2.30 €)

Besondere Abmachungen für Pilgerfahrten und Katechese Gruppen.

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